Mit Lasern ins Gehirn strahlen? Klingt immer noch ein wenig Cyborg-mäßig. Ist aber physikalisch und physiologisch ziemlich logisch. Ursprünglich wurde die Methode bei muskulären/faszialen/peripheren Nerven-/Haut-Verletzungen angewendet, mit beeindruckendem Erfolg - bis hin zu Anregung von Knorpelwachstum z.B. bei Kniearthrose. Dann kam die Anwendung bei akuten Gehirntraumata, Gehirnerschütterungen, Schleudertrauma...mit ebenso unglaublichen Ergebnissen. Warum das Ganze nicht wirklich bekannt ist? Weil dieser Ansatz ursprünglich aus dem Ostblock kam, und wie so vieles von da in der westlichen Medizin keine Beachtung fand. Weil man mit Russlang lange Zeit nichts zu tun haben wollte. Oder weil die Veröffentlichungen nicht auf Englisch waren. So wurde der erste Laser erst 2002 in den USA FDA-zugelassen, nachdem die Russen schon jahrzehntelang völlig selbstverständlich rumgeleuchtet hatten.

Die Geschichte von Dr. Fred Kahn und seiner Meditech-Klinik kann man ausführlicher in "The Brain's Way of Healing" nachlesen, aber in Kurzform: Er ist ursprünglich ein absoluter Parade-Chirurg, und macht nur zufällig aufgrund einer eigenen Verletzung Bekanntschaft mit einer Laserbehandlung. Die ist so ein Volltreffer, dass er sich nur noch dem Lasern verschreibt (übrigens erst in einem Alter von irgendwas zwischen 60 und 70) und über die letzten Jahrzehnte sowohl die Hardware als auch jede Menge Protokolle für alle möglichen Symtombilder entwickelt.

Naheliegend, dass man das ganze auch bei neuronalen Erkrankungen probieren könnte. Die Erfahrungen bei Zerebralparese sind aber noch sehr dünn gesät, Veröffentlichungen gibt es noch keine. Von daher wollten wir es einfach mal drauf ankommen lassen. Hier nun mein erstes Zwischenfazit zur Wirkung, Handhabung im Alltag, Kosten und Perspektiven. In a nutshell: Sehr vielversprechend aber organisatorisch noch sehr herausfordernd!