Wer weiß wie lange sich die Schulbehördenodysee noch gezogen hätte. Glücklicherweise sprach ich mit Sabine, die schon lange in Toronto lebt und zwei Kinder hat. Sie bestätigte mir, dass die Schulbehördenmühlen zum Teil sehr langsam mahlen, und bestärkte mich darin, hartnäckig dranzubleiben. Und dann gab sie noch einen interessanten, politisch korrekten Tipp. Dazu muss man wissen, dass die Kanadier fast schon penetrant höflich sind. Ständig entschuldigen sie sich für etwas, und sei es, dass sie nur andeutungsweise in die gleiche Richtung gehen, oder vielleicht eine Millisekunde lang dem Rollstuhl im Weg standen, bevor sie über-höflich zur Seite gegangen sind. Ich komme mir hier vergleichsweise echt rüpelhaft vor und will mir auf jeden Fall etwas davon abschauen. Denn ich liebe diese Eigenart - sie gibt dem Land so etwas derart Freundliches und Willkommen-heißendes. Auf jeden Fall ermutigte Sabine mich, die Gleichbehandlungs-Gene der kanadischen Schulbehörden-Mitarbeiter zu aktivieren, denn man würde doch diese Schuleinschreibung wohl kaum wegen der Behinderung meines Sohnes so lange hinauszögern.

Zwei Minuten, nachdem ich mit einer derart formulierten Email erneut nachgehakt hatte, kam der Anruf der Schulbehörde. Ich sollte noch ein paar Unterlagen nachreichen, man erklärte mir auch sehr geduldig und freundlich warum, und dann sollte alles wahrscheinlich sehr schnell gehen können. So am-nächsten-Tag-schnell. Ähnliches übrigens in der Email-Korrespondenz mit der Schulleiterin, die uns zwischenzeitlich auch auf unbestimmte Zeit vertrösten wollte.

Wie es dann weiterging, was die ersten Tage des Tomatis-Trainings so brachten, und alles über ein kleines Abenteuer meines Sohnes im Torontoer Nahverkehr - hier:

P.S. Und auch die andere große Baustelle ist aufgelöst:

Und zu dem Thema, dass in allem "Schlechten" ganz viel Gutes steckt: Der Handwerker hat uns an seinem letzten Tag bei uns gesagt, dass er und seine Frau uns gerne mal auf einen Ausflug zu den Niagara-Fällen mitnehmen würden. (Wir haben halt doch über die Zeit ne sehr intensive Beziehung aufgebaut :-)) Klar haben wir zugesagt. Was für ein Geschenk!